Typisch niederrheinische Weiden Die Lippe bei Wesel Die neue Weseler Rheinbrücke Der Willibrordi-Dom in Wesel Die neue Weseler Rheinbrücke Herbststimmung an der Xantener Nordsee Die Klosterkapelle auf dem Fürstenberg bei Xanten Herbststimmung an der Xantener Nordsee Nahaufnahme im Frühling Abendstimmung am Hafen Xanten Nahaufnahme im Frühling Spinnennetz im Morgentau Blick von der Sonsbecker Schweiz Richtung Sonsbeck

Ökumenische TelefonSeelsorge Niederrhein/Westmünsterland

Bericht an die Herbstsynode 2016 des Kirchenkreises Wesel

Im Berichtzeitraum 2016 arbeiteten ca. 100 Ehrenamtliche in der TelefonSeelsorge, die mit durchschnittlich 2,5 Diensten von vier Stunden den 24-Stundendienst sicherstellten. Durch das hohe Engagement und die Selbstverantwortung der Mitarbeitenden und Doppelbesetzung des 19 Uhr- Dienstes eine Abdeckung der Dienste von 110 % erreicht werden. Im Berichtzeitraum verließen ca. 10 Mitarbeitende aus unterschiedlichen persönlichen Gründen die TelefonSeelsorge, so dass zurzeit 90 Ehrenamtliche tätig sind. Im Januar 2017 werden 10 neue Mitarbeitende in die Arbeit eingeführt.

Die TS-Stelle hat einen Einzugsbereich, der sich an der linken Rheinseite von Straelen bis Goch und Kleve entlang der niederländischen Grenze erstreckt. Rechtsrheinisch reicht sie von Emmerich über Bocholt, Borken und Wesel in südlicher Richtung bis nach Dinslaken. Ca. 30 Mitarbeitende kommen aus dem Bereich des Kirchenkreises Wesel. Dazu kommen z.Zt. zwei hauptamtliche Mitarbeitende (eine Pfarrstelle für die Leitung und eine halbe Stelle für die pädagogische Mitarbeiterin, die zu 90% vom Bistum Münster refinanziert wird), sowie zwei Sekretärinnen im Teilzeitbereich mit einem Stundenkontingent von insgesamt 24 Stunden.

Die TS-Stelle besteht in diesem Jahr seit 34 Jahren und versieht ihren Dienst 24 Stunden rund um die Uhr 365 Tage im Jahr. Ein Dienst dauert vier Stunden, einige Dienste sind doppelt besetzt. Die TelefonSeelsorge deckt mit 105 Stellen das gesamte Bundesgebiet ab und ist der einzige psychosoziale Dienst, der immer erreichbar ist. Ursprünglich, d.h. vor 60 Jahren (die Bundestelefonseelsorge feierte in diesem Jahr das Jubiläum) aus der Suizidprävention entstanden, hat sich die TelefonSeelsorge im Laufe der Zeit allen Themen menschlicher Not aufgeschlossen, wobei die Suizidprävention immer noch eine wichtige Rolle spielt. Unter dem Leitsatz: "Aus Worten können Wege werden", versuchen wir gemeinsam mit den Anrufenden eigenständige Wege aus ihrer Krise heraus zu erarbeiten. Im Juli fand der Internationale Telefonseelsorgekongress in Aachen mit dem Titel "For life to go on" (damit das Leben weitergeht) statt, an dem 12 Mitarbeitende unserer Stelle teilgenommen haben.

Unsere TS-Stelle erhält inzwischen mehr als 30.000 Anrufe pro Jahr aus der Region. Da wir keine genauen Angaben über die Anrufenden haben, schätzen wir die Anrufe aus dem Bereich des Kirchenkreises Wesel auf jährlich ca. 8000. Für den Kirchenkreis ist diese Arbeit besonders wichtig, da es ein Seelsorgeangebot rund um die Uhr gibt, was auch die Geistlichen vor Ort entlastet. Durch die TelefonSeelsorge erreicht der Kirchenkreis über das Telefon viele Gemeindeglieder, die am Gemeindeleben ansonsten wenig oder gar nicht teilnehmen. Der Kirchenkreis macht auf diesem Weg ein Angebot im Bereich der Suizidprävention, ist auf diesem Weg Ansprechpartner für chronisch psychisch kranke Menschen, Menschen in finanziellen Nöten, Kinder und Jugendliche, Männer und Frauen, alte und einsame Menschen, für die die TelefonSeelsorge oft die einzige Kontaktmöglichkeit darstellt, etc. Das Gesprächsangebot gilt auch Opfern und Tätern von (sexualisierter) Gewalt, die durch den Schutz der Anonymität auf beiden Seiten am Telefon, oft zum ersten Mal diese Themen ansprechen und so lernen können, sprachfähig zu werden, um sich gegebenenfalls an anderer Stelle unmittelbare Hilfe zu suchen.

Im Januar 2017 startete eine neue Ausbildungsgruppe mit voraussichtlich 14 Personen, die ab März 2018 ihren Dienst TS-Stelle aufnehmen werden.

Neben der Arbeit am Telefon spielt auch weiterhin die Arbeit der TelefonSeelsorge im Internet (TSI) eine bedeutende Rolle. Zehn ehrenamtliche Mitarbeitende begleiten Personen, die über einen Mail- kontakt Hilfe bei der TelefonSeelsorge suchen. Im Unterschied zur Arbeit am Telefon, wobei der Einmalkontakt die Regel ist, kommt es bei der TSI häufig zu Folgekontakten. Die speziell geschulten Mitarbeitenden begleiten Prozesse der Mailenden manchmal auch über einen längeren Zeitraum.

Diese verantwortliche Tätigkeit bedarf einer besonderen Begleitung durch ein eigenes supervisorisches Angebot.

Weitere Informationen über unsere Stelle finden Sie außerdem unter der Webadresse www.telefonseelsorge-niederrhein.de.

gez. Dirk Meyer
(Leiter der TelefonSeelsorge Niederrhein/Westmünsterland)