Typisch niederrheinische Weiden Die Lippe bei Wesel Die neue Weseler Rheinbrücke Der Willibrordi-Dom in Wesel Die neue Weseler Rheinbrücke Herbststimmung an der Xantener Nordsee Die Klosterkapelle auf dem Fürstenberg bei Xanten Herbststimmung an der Xantener Nordsee Nahaufnahme im Frühling Abendstimmung am Hafen Xanten Nahaufnahme im Frühling Spinnennetz im Morgentau Blick von der Sonsbecker Schweiz Richtung Sonsbeck

Die TelefonSeelsorge informiert

Ehrenamtliche Mitarbeit – Neue Ausbildungsgruppe beginnt im Herbst 2018 – Bewerben Sie sich jetzt!

Im Herbst 2018 beginnt wieder eine neue Ausbildungsgruppe zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei der TelefonSeelsorge Niederrhein-Westmünsterland.

Sie können sich jetzt dafür bewerben. Bitte senden Sie uns bei Interesse den Bewerbungsbogen ausgefüllt zurück (per E-Mail oder Brief). Wir werden Sie dann zu einem persönlichen Gespräch einladen. Der Ausbildungsort ist in Wesel. Bei weiteren Fragen geben wir Ihnen gerne Auskunft.

Informationsmaterial kann unter der Telefonnummer 0281 - 156-141 (Bürozeit: Mo – Fr. 8:30 – 12:30) angefordert werden oder steht hier als PDF-Datei zur Verfügung.

Bewerbungsbogen

Information zur ehrenamtlichen Mitarbeit

Fotoausstellung „Aus Worten können Wege werden“ vom 03. – 30. März 2017 im Kreishaus Borken

Am 03. März 2017 wurde die Fotoausstellung im Kreishaus Borken eröffnet. Die Kunstwerke gehen auf einen deutschlandweiten Fotowettbewerb der ökumenischen Telefonseelsorge, der Fachzeitschrift "Fotoforum" und des Zentralverbandes deutscher Berufsfotografen zurück. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Mail-Beratung hatte eine Jury aus 450 Einsendungen 40 Gewinner ausgewählt. In den vier Kategorien "Nachtlicht", "Freudensprünge", "Abgrundtief" und "Weit weg – ganz nah" geben die Arbeiten das Wirken der Telefonseelsorge fantasievoll und originell, schöpferisch und mutig, einfühlsam und nachdenklich wieder.

Die Wanderausstellung ist noch bis zum 30. März im Kreishaus Borken an der Burloer Straße zu sehen.

Pressestimmen hierzu:

Bistum Münster
Stadtanzeiger Borken
Evangelischer Kirchenkreis Steinfurt, Coesfeld, Borken

Aktionstag: Leitung an die Leitung am 2.11.2015 - Ein Erfolg der leisen Töne

Zum Auftakt ihres Jubiläums (2016 - 60 Jahre TelefonSeelsorge in Deutschland) hat die TelefonSeelsorge Deutschland am 02.11.2015 einen Aktionstag unter dem Motto „Leitung an die Leitung“ durchgeführt. Evangelische wie katholische Bischöfe waren ebenso wie Präsides und andere Kirchenleitungen eingeladen, eine der 105 TelefonSeelsorge-Stellen im Bundesgebiet zu besuchen, um sich von der Arbeit der beinahe 8.000 Ehrenamtlichen in Deutschland ein Bild zu machen.

In Wesel besuchte Weihbischof Wilfried Theising aus Xanten die TelefonSeelsorge Niederrhein-Westmünsterland.

v.l.n.r. Pfarrer Dirk Meyer (Leitung der TelefonSeelsorge Niederrhein-Westmünsterland), Dipl. Sozial-Pädagogin Karin Hante, Weihbischof Wilfried Theising aus Xanten (Bistum Münster)

Im Zentrum der Gespräche in den jeweiligen Stellen stand die ganz konkrete Alltagswirklichkeit der Gespräche am Telefon und der Praxis der Chat- und Mailberatung. Die hohe Frequentierung der Telefone war ebenso Thema, wie die große Bandbreite der Anliegen der Anrufenden bzw. der online Ratsuchenden. Themen wie tiefe Vereinsamung, Trauer um verloren gegangene Angehörige, aber auch Trauer, Ärger oder Wut über ein verpfuschtes Leben begegnen die Ehrenamtlichen nahezu in jeder Telefonschicht, die sie absolvieren.

Die kirchlichen Leitungskräfte waren also selbst als aufmerksame Gesprächspartner im Gespräch mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Stellen gefordert. Umso mehr, da auch die Schattenseiten dieses ehrenamtlichen Engagements nicht verschwiegen wurden, z.B. die Belastung durch missbräuchliche Anrufende.

Hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der fast durchweg ökumenisch verantworteten Stellen äußerten sich sehr erfreut über die Besuche, weil auf diese Weise der anstrengenden Arbeit eine hohe Wertschätzung entgegengebracht wurde. Die verantwortlichen Leitungskräfte kamen in Rahmen ihres Besuches sehr nah und unmittelbar mit den Alltagssorgen und Nöten der Anruferinnen in Kontakt.

Hintergrund

Am 02.November 1953 platzierte der anglikanische Pfarrer Chad Varah in London erstmals das telefonische Angebot: Before you commit suizide, ring me up! (Bevor Du beschließt. Dich umzubringen, ruf mich an) In der Folgezeit erhielt Varah eine Flut von Anrufen. Er setzte sein Angebot kontinuierlich fort, wurde in kurzer Zeit von vielen Freiwilligen unterstützt und gilt so als der Gründervater der TelefonSeelsorge. In Berlin wurde die Idee von dem Arzt und evangelischen Pfarrer Klaus Thomas aufgenommen. Dieser rief 1954 zu einer praktischen „Lebensmüdenbetreuung“ auf, versammelte Seelsorger und Psychiater um sich, um nach dem Londoner Modell einen telefonischen Suizidverhütungsdienst einzurichten. Im Oktober 1956 wurde eine private Telefonnummer für die „Ärztliche Lebensmüdenbetreuung“ in der Presse veröffentlicht. Dies ist die Geburtsstunde der TelefonSeelsorge in Deutschland.

2016 kann die TelefonSeelsorge in Deutschland mit jetzt 105 Stellen als bundesweites Netzwerk ihr 60-jähriges Jubiläum feiern. Bundesweit werden mittlerweile fast 2 Millionen Gespräche im Jahr geführt. Als Seelsorgeangebot der beiden Kirchen wird die Arbeit, maßgeblich durch das Engagement von rund 8.000 ehrenamtlichen Telefonseelsorger/innen verwirklicht.


20 Jahre TelefonSeelsorge im Internet

In diesem Jahr begeht die TelefonSeelsorge in Deutschland das 20-jährige Jubiläum der Internet-Seelsorge. Aus diesem Anlass findet am Samstag, 14. November 2015, eine Tagung in Köln statt. Dazu sind vor allem die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden aus dem nördlichen Teil Deutschlands eingeladen. Auf dem Programm stehen Vorträge, Workshops und Theater rund um die Onlineberatung sowie die Prämierung eines bundesweit ausgeschriebenen Fotowettbewerbs „Aus Worten können Wege werden“. Ende September hatte bereits eine ähnliche Veranstaltung in Stuttgart mit mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Süddeutschland stattgefunden.

Internet ist das Leitmedium

Das Internet ist das Leitmedium der Gesellschaft. In Deutschland waren kreative Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger die Ersten, die sich dieser Entwicklung im Bereich der Seelsorge und Beratung stellten. Die TelefonSeelsorge verfügt daher über eine in Jahrzehnten gewachsene Kompetenz im Umgang mit den Chancen und den Herausforderungen medial vermittelter Seelsorge.

Vor 20 Jahren begannen hauptamtlich Mitarbeitende in Köln, Krefeld und Hagen Mail und Chat für Seelsorge und Beratung zu erproben. Sehr schnell wurde deutlich, dass beide Formate gute Möglichkeiten bieten, um verzweifelten jungen Frauen und Männern im Internet Gehör und Begleitung zu schenken. Die TelefonSeelsorge im Internet wird einerseits von jungen Erwachsenen genutzt, die sich selbstverständlich im Netz aufhalten; das Internet ist einfach ihr Medium, und Schreiben für sie eine wichtige Kontaktmöglichkeit. Anderseits werden Mail und Chat von Ratsuchenden genutzt, für die die hohe Anonymität des Internets besonders wichtig ist. Menschen, die traumatisierende Situationen durchlitten haben, brauchen den Schutz der Anonymität und gleichzeitig die Nähe und die Begegnung, die im Internet möglich sind. Nähe erleben in sicherer Distanz, das ist die besondere Chance der TelefonSeelsorge im Internet.

Auch die TelefonSeelsorgen Niederrhein-Westmünsterland beteiligt sich

Auch die TelefonSeelsorge Niederrhein-Westmünsterland beteiligt sich. Dass diese Chance ausgiebig genutzt wird, zeigt die Statistik im Jahr 2014. Bundesweit wurden mit 6.011 Ratsuchenden 25.600 Erst- und Folgemails gewechselt. Dies war im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 20 Prozent. Im Chat wurden 9.100 Belegungen registriert. Die TelefonSeelsorge Niederrhein-Westmünsterland hatte in diesem Zeitraum 160 Kontakte mit insgesamt 1380 Mails.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich viel verändert: Technik und Datenschutz wurden verbessert; u.a. ist heute das Angebot barrierefrei und auch vom Smartphone aus erreichbar. Das Beratungs-Know-how für Chat- und Mailseelsorge wurde weiter entwickelt, um die besonderen Handlungsmöglichkeiten im Netz optimal nutzen zu können.

Ratsuchende und Themen haben sich verändert

Auch die Ratsuchenden und ihre Themen haben sich verändert. Am Anfang waren es junge Männer mit akademischem Hintergrund, heute sind es überwiegend junge Frauen unter dreißig, die sich an die TelefonSeelsorge im Internet wenden. Immer häufiger melden sich auch Kinder und ältere Frauen und Männer; d.h. heute erreicht die TelefonSeelsorge im Internet Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenshintergründen. Diese Entwicklung spiegelt die gesellschaftlichen Veränderungen wider: das Internet gehört heute zu der Lebenswelt fast aller Altersgruppen und Milieus.

Viele der Ratsuchenden leiden unter Ängsten und depressiven Verstimmungen, fühlen sich einsam und isoliert. „Ich bin so verlassen und alleine…“ heißt es in vielen Mails. Partnerschaftskonflikte und Streitigkeiten in der Familie belasten sie. Im Schutz der Anonymität werden krisenhafte und schambesetzte Themen noch direkter als am Telefon angesprochen. Ein Chat kann durchaus mit der Frage beginnen: „Kennst du dich mit SVV aus?“ Es geht um selbstverletzendes Verhalten, um die Verletzungen durch sexualisierte Gewalt und immer wieder um die quälenden Gedanken an Selbsttötung.

Was vielleicht kaum zu glauben ist: Im Internet hat es die TelefonSeelsorge nur selten mit nicht ernst gemeinten oder missbräuchlichen Kontakten zu tun. Und auch das ist wichtig: häufig steht am Ende der Online-Begegnung ein Dank. Dafür, dass sich die Ratsuchenden angenommen fühlten und dafür, dass sich die Ehrenamtlichen Zeit für ihre Anliegen genommen haben.